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  • Bremsen in Schräglage – Bremsen in der Kurve

    Bremsmanöver während der Kurvenfahrt gehören zu den anspruchsvollsten Herausforderungen für Motorradfahrer.  Die Fähigkeit, in solchen Momenten richtig zu reagieren, kann entscheidend sein.  Doch mit dem richtigen Wissen und Übung lässt sich das Risiko minimieren.  Also, wie bremst man in Kurven richtig? Vorn? Hinten? Mit beiden? Gar nicht?

    Grundlagen des Bremsens in der Kurve

    Beim Befahren von Kurven auf dem Motorrad ist es unumgänglich, dass manchmal gebremst werden muss, sei es aufgrund eines Hindernisses oder einer Fehleinschätzung der eigenen Geschwindigkeit.  Hierbei ist es wichtig zu wissen und zu verstehen, wie und mit welcher Bremse man agiert, um die Kontrolle über das Motorrad zu behalten.

    Dass dies nicht so einfach ist, bzw. für viele Biker ein Problem darstellt, zeigen die vielen Unfälle in Kurven und dabei ist es nicht immer die „nicht angepasste Geschwindigkeit“, der man viel zu einfach jeden Unfall zuschreiben könnte.

    Der Kamm’sche Kreis: Verständnis für Grip in der Schräglage

    Ein wesentliches Konzept, das beim Bremsen in Schräglage nicht außer Acht gelassen werden darf, ist der Kamm’sche Kreis.  Dieser beschreibt die physikalische Grenze der kombinierten Kräfte, die auf Reifen wirken können – sei es durch Bremsen, Beschleunigen oder durch die Seitenführungskräfte in der Kurve.  Der verfügbare Grip eines Reifens ist nicht unendlich und wird durch diesen Kreis symbolisiert.

    In einer Geradeausfahrt können die Brems- und Beschleunigungskräfte maximal ausgenutzt werden, ohne die Seitenführung zu beeinflussen.  In der Schräglage hingegen wird ein Teil dieses verfügbaren Grips bereits für das Halten der Kurve verwendet.  Entscheidet man sich in diesem Moment zusätzlich zu bremsen oder zu beschleunigen, verringert sich die Reserve des Grips für die Seitenführung.  Dies macht das Bremsen je nach Schräglage besonders heikel, da das Risiko eines Rutschens oder gar eines Sturzes steigt.

    Beeinflusst wird das Ganze auch noch durch die Reifenwahl, die Witterungsverhältnisse und den Fahrstil, denn „Drücken“, „Legen“ oder „Hang Off“ wirken sich direkt auf die Schräglag in Kurven aus.  Aber dazu kommen wir in einem anderen Artikel.

    Die richtige Bremstechnik

    Grundsätzlich sollte man in Schräglage in erster Linie die Vorderradbremse zu nutzen.  Diese lässt sich feinfühliger dosieren als die Hinterradbremse, die besonders in Kurven schnell zum Blockieren neigt und somit ein erhöhtes Sturzrisiko birgt.  Meist wird die Hinterradbremse auch beim allgemeinen Fahren relativ wenig genutzt, so dass vielen dann auch noch das nötige Feingefühl im Fuß fehlt.  Betätigt man dann auch noch in der Kurve die Hinterradbremse, dann bringt man das Hinterrad fast zwangsläufig zum blockieren, was zum Sturz führt.  Selbst rutscht man dann dem Motorrad hinterher, was in manchen Situationen sogar noch eine gute Variante sein kann, um Schlimmeres zu verhindern.  Jetzt soll es in erster Linie aber darum gehen einen Sturz zu verhindern.

    Das Betätigen der Vorderradbremse bewirkt eine dynamische Radlastverlagerung nach vorne, was den Anpressdruck und somit die Bremskraft erhöht. Allerdings führt dies auch dazu, dass das Motorrad sich aufzurichten beginnt, gerade aus und nicht mehr der Kurve folgen will.

    Umgang mit dem Aufstellmoment

    Das sogenannte Aufstellmoment, welches durch das Bremsen in Schräglage entsteht, kann durch gezieltes Gegenlenken am kurveninneren Lenkerende kompensiert werden. Ein gefühlvoller, wenn nötig stärkerer Druck auf das kurveninnere Lenkerende (der dem Aufstellmoment angepasst werden muss) hilft, das Motorrad in der gewünschten Spur zu halten oder die Kurvenlinie anzupassen.  Dabei ist es wichtig, die eigene Blickführung anzupassen und ein mögliches Hindernis aus den Augen zu verlieren, um sich auf die benötigte Linie zu konzentrieren.  Schaut man auf ein Hindernis fährt man unbewusst auch meist darauf zu, oder anders ausgedrückt, man fährt dahin, wo man hinschaut.

    Das Üben macht den Meister

    Wie bei vielen Fahrfertigkeiten ist auch das Bremsen in der Kurve eine Frage der Übung.  Fahrsicherheitstrainings bieten eine hervorragende Gelegenheit, unter fachlicher Anleitung das Gefühl für das Motorrad und die Bremsen in Schräglage zu entwickeln.  Schrittweise kann man sich so an die Grenzen des Möglichen herantasten, ohne die eigene Sicherheit unnötig zu gefährden.

Moderne Assistenzsysteme als Unterstützung

Moderne Motorräder sind häufig mit Kurven-ABS ausgestattet, das das Bremsen in Schräglage sicherer machen kann.  Doch auch auf Motorrädern ohne diese technischen Hilfen ist ein sicheres Bremsen möglich, sofern die richtige Technik beherrscht wird.  Ob das Bremsen an sich mit ABS überhaupt so großartig anders ist, besprechen wir in einem anderen Artikel.

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