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Überholen auf der Rennstrecke: Risiken, Taktiken und Techniken für Motorradfahrer

Überholen auf der Rennstrecke ist eine komplexe Fähigkeit, die gründliche Vorbereitung, taktisches Geschick und exzellente Fahrzeugbeherrschung erfordert.  Aber wie überholt man auf der Renne?  Welche Unterschiede gibt es bei Trackdays und echten Rennen?  Wie verhalte ich mich, wenn ich einen schnelleren hinter mir habe oder an einem nicht vorbeikomme?

Wie verhalte ich mich bei einem Trackday, wenn ein schnellerer hinter mir ist?

Wenn du während eines Trainings auf der Rennstrecke bemerkst, dass ein schnellerer Fahrer hinter dir ist, solltest du dich davon erstmal nicht nervös machen lassen.

Versuche auf keinen Fall hier „rücksichtsvoll“ zu reagieren und den schnelleren Fahrer vorbeizulassen!  Fahr einfach weiter, als wäre niemand hinter dir.  Der Fahrer, der überholen möchte, muss selbst schauen, wie er vorbeikommt.

Nicht nur bei einem Trackday ist es wichtig, denjenigen den man überholen möchte richtig einschätzen zu können, daher wirst du wahrscheinlich schon seit einiger Zeit „studiert“, um herauszufinden, wo du am besten überholt werden kannst.  Änderst du also plötzlich die Linie, oder noch schlimmer, gehst irgendwo plötzlich vom Gas, kann das zu sehr gefährlichen Situationen führen.  Bleib also auf deiner Spur, geb weiter Gas und deinem Hintermann durch eine gleichmäßige und klare Fahrweise zu verstehen, wo Platz zum sicheren Überholen ist, ohne dabei dein eigenes Tempo zu reduzieren.  Dies fördert eine sichere Umgebung für alle Beteiligten und ermöglicht es dir, dich auf deine Fahrtechnik und Verbesserungen zu konzentrieren.

Wie du siehst, könnte ein nett gemeintes „rücksichtsvoll reagieren“ hier sogar sehr gefährlich werden!

Was mache ich, wenn ich bei einem Trackday am Vordermann nicht vorbeikomme, er mich aber aufhält?

Bei einem Trackday kann es vorkommen, dass du hinter einem langsameren Vordermann feststeckst, der dich aufhält, aber schwer zu überholen ist.  Dies kann auf unterschiedliche Fahrkünste oder Leistungsunterschiede der Motorräder zurückzuführen sein.  Eine praktische Lösung für dieses Problem ist, einmal kurz durch die Boxengasse zu fahren.  Durch diesen kleinen Umweg kannst du einen ausreichenden Abstand zwischen dir und dem langsameren Fahrer schaffen.  Wenn du wieder auf die Strecke kommst, hast du freie Bahn und kannst dein eigenes Tempo fahren, ohne durch den Vordermann gebremst zu werden.

Die Vorbereitung des Überholmanövers:

Erfolgreiche Überholmanöver beginnen weit vor der eigentlichen Aktion.  Fahrer müssen ihre Konkurrenten beobachten, um deren Fahrstil, Geschwindigkeit und Schwachstellen zu analysieren.  Eine entscheidende Rolle spielt das Erkennen des optimalen Moments, basierend auf der Geschwindigkeit und dem Verhalten des Vordermanns in bestimmten Kurven oder Streckenabschnitten.

Überholen: Unterschiede Trackday und im Rennen:

Bei einem Trackday liegt der Fokus darauf Spaß zu haben und sein Fahrkönnen und die Rundenzeiten zu verbessern.  Dazu gehören natürlich auch verschiedene Überholtechniken.  Hierbei geht es allerdings vor allem darum, ein Gefühl für das Timing zu entwickeln und risikoärmere Manöver auszuprobieren, ohne die Notwendigkeit, aggressiv um Positionen zu kämpfen.  

Es ist wichtig, dass alle Teilnehmer den Spaß an der Veranstaltung genießen und sicher nach Hause kommen.  Ein Überholen „mit dem Messer zwischen den Zähnen“ ist hier also fehl am Platz und kann sogar zum Ausschluss der Veranstaltung führen.

In einem Rennen werden Überholmanöver deutlich aggressiver und taktischer ausgeführt, da jede Sekunde und jede Position über den Ausgang des Rennens entscheidet.  Ein großer Unterschied ist hier auch, dass die Teilnehmer sich meist kennen, daher besser einschätzen können und meist auch mit „ähnlichem Material“ unterwegs sind.  Die Gefahr von einem unerwarteten Verhalten des Vordermanns, der Linienwahl oder des unterschiedlichen Bremspunktes wird hier eher minimiert.  Wobei die gefahrene Linie des Vordermanns meist bewusst geändert wird.  Er nutzt die Kampflinie, um den Hintermann nicht vorbeizulassen.  Trotzdem ist es wichtig, dass man sich gegenseitig Platz lässt und Unfälle nicht billigend in Kauf nimmt.

Die Linienwahl beim Überholen:

Die Wahl der richtigen Linie ist entscheidend für den Erfolg eines Überholmanövers.  In der Regel wird das Überholen auf der Innenseite der Kurve als sicherer betrachtet, da es den kürzesten Weg um die Kurve bietet und die Kontrolle über den Kurvenapex ermöglicht.  Dafür ist es nötig, die Ideallinie zu verlassen und die Kurve nicht mehr von ganz außen anzufahren. Die perfekte Linie durch die Kurve ist hier allerdings zweitrangig, da es wichtiger ist, an seinem „Gegner“ vorbeizukommen.  Fahrer müssen sich strategisch positionieren, um in der besten Ausgangslage zu sein, wenn die Überholchance kommt.

Durchführung des Überholmanövers:

  1. Annäherung: Zunächst nähert sich der Fahrer dem Vordermann, indem er dessen Tempo aufnimmt und eine Linie wählt, die ein späteres Überholen ermöglicht.
  2. Positionierung neben dem Konkurrenten: Der überholende Fahrer positioniert sich so neben dem Vordermann, dass er beim Einfahren in die nächste Kurve einen Vorteil hat.
  3. Das Einfahren in die Kurve: Hier ist entscheidend, dass beide Fahrer sich der Anwesenheit des anderen bewusst sind. Der überholende Fahrer muss sicherstellen, dass genügend Platz vorhanden ist und dass keine Kollision droht.
  4. Vollendung des Überholvorgangs: Am Kurvenausgang nutzt der überholende Fahrer seine bessere Position und Beschleunigung, um sich vor den anderen Fahrer zu setzen.

Auf der Bremse vorbei gehen

Das Überholmanöver „auf der Bremse“ ist eine hochkomplexe Technik, die auf der Rennstrecke angewandt wird, um in der Bremsphase vor einer Kurve an einem Kontrahenten vorbeizuziehen.  Dabei verzögert der überholende Fahrer später als üblich, um sich kurz vor oder in der Kurve neben den Vordermann zu setzen.  Diese Methode setzt voraus, dass man sehr genau über das Fahrverhalten und die Einlenkpunkte des Vordermanns Bescheid weiß, um Überschneidungen und potenzielle Unfälle zu vermeiden.

Zusätzlich erfordert das späte Bremsen oft eine Anpassung der eigenen Linienführung um die Kurve, was das Manöver weiter erschwert.  Es besteht das Risiko, dass die unterschiedlichen Linienwahl der Fahrer sich in der Kurve kreuzen, was besonders gefährlich ist, wenn sich die Fahrer dabei nicht sehen können.  Diese Technik verlangt nicht nur eine präzise Kontrolle über das Bremsverhalten und ein tiefes Verständnis der eigenen Grenzen und der Streckencharakteristik, sondern auch ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, das Manöver abzubrechen, sollte es zu riskant werden.

Fazit:

Bei Trackdays, wo Fahrer mit unterschiedlichem Können und Motorräder verschiedener Leistungsklassen zusammentreffen, ist es besonders wichtig, Missverständnisse auf der Strecke zu vermeiden.  Die Linienwahl, Geschwindigkeit durch die Kurven und die Bremspunkte können stark variieren, was das Überholen komplex macht.  Um sicherzugehen, dass das Überholmanöver ohne Zwischenfälle verläuft, sollte man den Vordermann genau beobachten und sein Fahrverhalten studieren.  Dies hilft dabei, seine Reaktionen besser einschätzen zu können und zu erkennen, an welchen Stellen ein Überholen sicher möglich ist.  Während des Überholvorgangs ist es jedoch essentiell zu bedenken, dass der andere Fahrer einen möglicherweise nicht sieht.  Sollte es zu unsicher erscheinen, ist es ratsam, das Überholmanöver abzubrechen und zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu versuchen.  Ein guter Anhaltspunkt für die Positionierung ist: Wer den eigenen Lenker vor dem des Gegners hat, gilt als vorn und hat „Vorfahrt“, der andere Fahrer sollte entsprechend zurückstecken.  Dieses Prinzip hilft dabei, Kollisionen zu vermeiden und die Sicherheit aller Teilnehmer zu gewährleisten.

Sollte es auf der Rennstrecke doch mal zu einem Unfall kommen, gilt das sogenannte Gentlemans Agreement, dass jeder Beteiligte seinen eigenen Schaden zahlt.  Rein rechtlich gesehen ist ein Gentlemans Agreement allerdings etwas schwierig, sollte auch jemand beteiligt sein, der eben kein Gentleman ist.  Mehr dazu findet ihr im Artikel „Auf der Rennstrecke – aus rechtlicher Sicht

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